Fragen zur Konsenssexualität die es Wert sind gestellt zu werden

Dieser Fragenkatalog ist als Anregung gedacht, sich mit einvernehmlichem Sex auseinanderzusetzen. Es geht darum, eine Kultur der Selbstreflexion und des Austausches über Sexualität, Begehren, Verantwortung, Grenzen und Zustimmung herzustellen.

Vorsicht: Die folgenden Fragen können Erinnerungen bei Ihnen anticken, falls Sie selbst sexualisierte Gewalterfahrung gemacht haben. Achten Sie bitte darauf, dass Sie sich sicher genug fühlen und nötigenfalls Unterstützung in Ihrer Nähe haben.

Wie definieren Sie Zustimmung/ Einverständnis?
Haben Sie jemals mit Ihren Partner_innen und Freund_innen darüber geredet?
Kennen Sie Menschen oder waren Sie schon mit Menschen zusammen, die Zustimmung/Einverständnis anders definieren als Sie?
Waren Sie jemals unsicher, als Sie mit einer Person sexuellen Kontakt hatten, ob diese Person das wollte bzw. nicht wollte, was Sie gerade taten? Haben Sie darüber geredet?
Haben Sie es ignoriert in der Hoffnung, es würde sich ändern?
Haben Sie mit dem, was Sie taten, weitergemacht, da es für Sie angenehm war und Sie sich nicht damit beschäftigen wollten, wie es der anderen Person damit geht?
Haben Sie weiter gemacht, weil Sie keine Lust hatten die Entscheidungen der anderen Person in Fragezu stellen?
Haben Sie weiter gemacht, weil Sie dachten, es sei Ihre Pflicht? Wie fühlen sich jetzt die Entscheidungen, die Sie getroffen haben, für Sie an?
Glauben Sie, es ist die Verantwortung der anderen Person, etwas zu sagen, wenn sie nicht mag, was Sie gerade machen?
Wie mag es jemand ausdrücken, wenn es für die Person nicht o.k. ist, was gerade passiert?
Achten Sie nur auf verbale Signale oder gibt es andere Signale?
Denken Sie, es ist möglich, Schweigen als Zustimmung/ Einverständnis misszuverstehen?
Haben Sie jemals jemanden gefragt, auf welche Signale Sie achten sollten, wenn die Person sich schwer damit tut zu kommunizieren, wenn sich etwas falsch anfühlt?
Fragen Sie solche Sachen nur, wenn Sie in einer festen Beziehung sind, oder fühlen Sie so was auch in lockeren Kontakten (wie Techtel, One-night-stands…)
Glauben Sie, dass Reden beim Sex die Stimmung verdirbt?
Glauben Sie, dass Zustimmung/ Einvernehmen erotisch sein kann?
Denken Sie die Missbrauchserfahrung anderer Menschen mit?
Fragen Sie ab und an nach beim Sex/ wenn Ihr Körperkontakt intensiver wird, oder gehen Sie davon aus, dass das anfängliche Einvernehmen bedeutet, dass alles in Ordnung ist?
Wenn Sie einmal Zustimmung eingeholt haben, gehen Sie davon aus, dass sie für alle späteren Zeitpunkte gilt?
Wenn jemand einverstanden ist mit einer Sache, gehen Sie davon aus, dass alles andere auch in Ordnung ist oder fragen Sie nach, bevor Sie jemanden auf eine andere Art anfassen oder intensiver werden?
Nehmen Sie es Leuten übel, wenn sie über ihren Missbrauch reden wollen oder müssen?
Warum?
Sind Sie normalerweise angezogen von Personen, die dem üblichen Schönheitsideal entsprechen, wie es hier verbreitet wird?
Gehen Sie Freundschaften mit Leuten ein, weil Sie mit ihnen zusammen sein möchten und kündigen Sie dann die Freundschaft, wenn diese nicht sexuell an Ihnen interessiert sind?
Machen Sie anderen wiederholt sexuelle Anträge, selbst wenn diese Menschen gesagt haben, dass sie mit Ihnen befreundet sein wollen?
Gehen Sie davon aus, dass jemand an Ihnen sexuell interessiert ist, wenn die Person sich zärtlich und zugeneigt verhält?
Denken Sie  über Zuneigung, Sexualität und Grenzen nach? Reden Sie über solche Sachen mit anderen Menschen? Wenn ja, reden Sie nur dann mit jemandem darüber, wenn Sie sexuelles Interesse an ihnen hat, oder reden Sie darüber, weil Sie meinen es ist
wichtig und möchten Sie sich aus eigenem Interesse austauschen?
Sind Sie sich über Ihre eigenen Absichten im Klaren?
Haben Sie jemals versucht eine Person zu etwas zu überreden, das sie zögerte zu tun?
Glauben Sie Zögern/ Zurückhaltung ist eine Form des Flirtens?
Sind Sie sich darüber im Klaren, dass es in mitunter nicht so ist?
Kam es Ihnen jemals so vor, als ob eine Person mit Ihnen flirtet, obwohl das in Wirklichkeit nicht die Botschaft war, die sie Ihnen zusandte?
Glauben Sie, dass wenn jemand promisk ist, dass es in Ordnung ist, die Person zu objektivieren, oder über sie zu reden, wie Sie es normalerweise nicht tun würden?
Wenn jemand promisk ist, glauben Sie, dass es weniger wichtig ist, Zustimmung einzuholen?
Glauben Sie, wenn sich jemand in einer bestimmten Art und Weise anzieht, dass es dann in Ordnung ist, die Person zu objektivieren?
Wenn sich jemand in einer bestimmten Art anzieht, glauben Sie, dass es bedeutet, dass sie Ihre sexuelle Aufmerksamkeit oder Anerkennung haben möchte?
Ist es Ihnen klar, dass es viele verschiedene Gründe gibt, die nichts mit Ihnen zu tun haben, sich auf eine Art anzuziehen oder zu verhalten, die Sie sexy finden?
Glauben Sie, dass es Ihre Verantwortung ist oder Ihre Rolle, die Zögerlichkeit einer anderen Person zu überwinden, indem Sie Druck ausüben oder ihre Bedenken banalisieren?
Haben Sie jemals versucht jemanden zu fragen, was sie_er_ fühlt? Wenn ja, haben Sie ihnen/ihr_ihm_ zugehört und sie respektiert?
Glauben Sie, dass Sex ein Spiel ist?
Haben Sie jemals versucht, es so zu arrangieren, dass Sie eine Rechtfertigung hatten eine Person anzufassen, von der Sie annahmen,dass diese nein sagen würde, wenn Sie fragen würden? Z.b. Tanzen, sich völlig betrinken, neben ihnen einschlafen.
Geben Sie Leuten das Gefühl, sie seien Spielverderber_innen oder verklemmt, wenn sie bestimmte sexuelle Dinge nicht ausprobieren möchten?
Glauben Sie, es gibt Verhaltensweisen von Ihnen, die dazu führen, dass sich jemand so (verklemmt, als Spielverderber_in) fühlt, auch wenn das nicht Ihre Absicht ist?
Haben Sie schon mal versucht zu feilschen nach dem Motto: ‚Wenn du mich —— tun lässt, dann tue ich —– für dich‘?
Haben Sie schon mal Eifersucht zur Kontrolle benutzt?
Haben Sie verhindert, dass Ihre Partner_innen mit bestimmten Freund_innen ausgehen, oder generell ihre sozialen Kontakte auf Grund von Eifersucht und Unsicherheit begrenzt?
Haben Sie das Gefühl, in einer Beziehung zu sein bedeutet, dass es eine Verpflichtung für die andere Person ist, dass sie mit Ihnen Sex hat?
Was ist, wenn sie eine Woche keinen Sex haben wollen? Einen Monat? Ein Jahr?
Jammern Sie oder drohen Sie, wenn Sie nicht die Menge oder Art Sex bekommen, die Sie möchten?
Glauben Sie es ist in Ordnung, Sex/ sexuelle Handlungen mit/ an einer Person zu initiieren, die schläft?
Was ist, wenn diese Person Ihre Partner_in ist?
Glauben Sie es ist wichtig mit ihnen vorher darüber geredet zu haben?
Haben Sie sich jemals damit beschäftigt, wie Sie mit Menschen umgehen, wie Sie sie behandeln, negativ oder positiv, und woher das kommt, wo Sie dies gelernt haben?
Verhalten Sie sich anders, wenn Sie betrunken sind bzw. getrunken haben?
Was sind die positiven Aspekte des Trinkens für Sie? Was die negativen?
Hatten Sie schon sexuelle Kontakte, als Sie selber oder die anderen betrunken waren?
Haben Sie sich deswegen am nächsten Tag je unbehaglich gefühlt oder waren verlegen? Hat sich die andere Person hinterher Ihnen gegenüber je irgendwie komisch verhalten?
Holen Sie Einverständnis und Zustimmung im betrunkenen Zustand auf die gleiche Art ein wie im nüchternen?
Halten Sie es für wichtig am nächsten Tag mit der Person zu reden, mit der Sie sexuellen Kontakt hatten, wenn dabei Alkohol im Spiel war?
Wenn nicht, ist es weil es Ihnen unangenehm ist oder weil Sie denken, dass etwas geschehen sein konnte, was nicht hätte passieren sollen? Oder weil Sie glauben, so läuft es halt manchmal?
Glauben Sie, Menschen sollten die Dinge nicht so eng sehen?
Glauben Sie, dass diese Fragen repressiv sind und Leute, die ihre sexuelle Geschichte und ihr derzeitiges Verhalten kritisch betrachten, verklemmt sind und sexuell befreiter sein sollten?
Glauben Sie  sexuelle Befreiung könnte für verschiedene Menschen unterschiedlich aussehen?
Wie reagieren Sie, wenn sich jemand unwohl fühlt mit dem, was Sie tun, oder wenn sie_er_ etwas nicht tun möchten? Fühlen Sie sich angegriffen?
Fühlen Sie sich schuldig? Endet es damit, dass die andere Person sich um Sie kümmern und Sie beruhigen muss, oder sind Sie fähig, innezuhalten und zu zuhören und sie zu unterstützen und die Verantwortung für Ihre Handlungen zu übernehmen?
Erzählen Sie die Geschichte aus deiner Perspektive und versuchen die Wahrnehmung der anderen Person zu verändern?
Tun Sie etwas, um Ihrer Patnerin/ Ihrem Partner zu signalisieren, dass Sie zuhören und dass Sie an ihren_seinen_ Vorstellungen von Einvernehmen/ Zustimmung und ihrer_seiner_ Einschätzung von dem, was Sie getan haben, interessiert sind?
Haben Sie jemals über Sex und Zustimmung/ Einverständnis geredet, wenn Sie nicht im Bett waren?
Haben Sie jemals jemanden vergewaltigt oder sexuell missbraucht oder sexuell manipuliert?
Sind Sie fähig, über Ihr Verhalten nachzudenken? Haben Sie Veränderungen vorgenommen? Welche Veränderungen?
Fühlen Sie sich unwohl mit Ihrem Körper oder Ihrer Sexualität?
Wurden Sie sexuell missbraucht?
Haben Ihr Unwohlsein oder Ihre eigene Missbrauchsgeschichte dazu geführt, dass Sie sich missbräuchlich verhalten haben?
Wenn ja, konnten Sie je mit jemandem darüber reden? Denken Sie, darüber zu reden ist oder könnte hilfreich sein?
Vermeiden Sie es über Einvernehmen oder Missbrauch zu reden, weil Sie nicht über Ihren eigenen sexuellen Missbrauch reden wollen oder können?
Fühlen Sie sich manchmal verpflichtet, Sex zu haben?
Fühlen Sie manchmal verpflichtet, Sex zu initiieren?
Was, wenn Tage, Monate, Jahre später jemand Ihnen erzählt, dass es ihr_ihm_ unangenehm war mit dem, was Sie getan haben? Nehmen Sie diese Person in die Mangel?
Initiieren Sie Gespräche über Safer Sex oder Verhütung (wenn nötig)?
Glauben Sie, so etwas vages zu sagen wie ‚ich bin kürzlich getestet worden‘ reicht aus?
Nehmen Sie die Bedenken Ihrer Partner_innen zu Safer Sex oder Verhütung ernst?
Glauben Sie, dass wenn eine Person Safer Sex haben möchte und es der anderen Person nicht wirklich wichtig ist, dass es die Verantwortung der Person mit dem Wunsch nach Safer Sex ist, für die Safer Sex Artikel zu sorgen?
Glauben Sie, wenn eine Person einen Körper hat, der schwanger werden kann, und sie will nicht schwanger werden, dass es ihre Verantwortung ist, für Verhütung zu sorgen?
Beschweren Sie sich oder verweigern Sie die Mittel zur Verhütung/Safer Sex, die Ihr Partner_in verwenden will, weil es Ihr Vergnügen verringert? Versuchen Sie Ihre Partner_innen zu manipulieren bei diesen Angelegenheiten?
Finden Sie  Leute mit einem bestimmten Genderausdruck attraktiv?
Haben Sie jemals den Genderausdruck von jemandem objektiviert?
Gehen Sie davon aus, dass jede Person, die einem bestimmten Genderausdruck/Geschlechtsinszenierung zu entsprechen scheint, sich Ihnen gegenüber auf die gleiche Art und Weise verhalten wird?
Ertappen Sie sich dabei, zweigeschlechtliche Verhaltensweisen zu wiederholen, selbst in queeren (bzw. gleichgeschlechtlichen) Beziehungen und Freundschaften?
Welche Gefühle mag Ihr Verhalten bei anderen auslösen?
Sehen Sie  Sexualität und Gender(-ausdruck) als einen Teil der ganzen Person, oder nehmen Sie an, dass diese ausschließlich sexuelle Aspekte von Menschen sind?
Wenn jemand in Drag angezogen ist, nehmen Sie es als Einladung sexuelle Bemerkungen zu machen?
Fetischieren Sie Menschen auf Grund ihres Genderausdrucks?
Glauben Sie, nur Männer missbrauchen?
Glauben Sie, dass in einer Beziehung zwischen Menschen mit dem gleichen Geschlecht, nur die „männlicheren“ missbrauchen?
Glauben Sie, dass es noch weiteres zu tun gibt, um sexualisierte Gewalt in unseren Gemeinschaften zu beenden?

 

Sie suchen Beratung, Gesprächspartner, Männerrunden etc., in denen Sie diese Fragen thematisieren können? Dann melden Sie sich. Gerne werde ich mich Ihrem Anliegen annehmen.

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