Männer bringen’s auf vordermann.at

Informationen und ein einfacher Zugang zur Beratung wird speziell für Männer über die Internetplattform vordermann.at ab sofort angeboten.

In Vorarlberg werden seit vielen Jahren verschiedene Aspekte der Männerarbeit durch unterschiedliche Anbieter abgedeckt. Hier ist das Bildungshaus St. Arbogast zu nennen, das vor allem in Kooperation mit dem Männerbüro der Diözese Feldkirch – mehrere Männerseminare über das Jahr anbietet. Das Männerbüro selbst ist neben der Bildungsarbeit vor allem auch in den Bereichen Öffentlichkeits- und Bewusstseinsarbeit sowie in der Netzwerkarbeit aktiv. In der Beratung gibt es die Strukturen der IfS-Beratungsstellen und das Ehe- und Familienzentrum, die Männer ansprechen und erreichen (in den Bereichen Ehe- und Paarberatung, Erwachsenenberatung und Psychotherapie, Familienberatung, Jugendberatung usw.).

An männerspezifischen Angeboten entstanden vor 10 Jahren einerseits die ehrenamtlich betriebene und betreute Website „maennernet.at“, andererseits startete das Ehe- und Familienzentrum Feldkirch, Herrengasse 4, 6800 Feldkirch mit der ersten dezidierten – und auch so beworbenen – Männerberatung. Im Institut für Sozialdienste wurde in dieser Zeit die Täterarbeit forciert, die immer in engem Konnex zur Männerarbeit gesehen wurde. In der Stelle „Klartext“ wurde begonnen mit Männern zu arbeiten, die Gewalt gegenüber anderen ausgeübt hatten.

Männerberatung (wenn man darunter die Beratung von Männern durch Männer versteht, die dafür qualifiziert sind) gibt es  im IfS-Klartext und in den IfS-Beratungsstellen in Bregenz, Dornbirn, Egg, Hohenems, Feldkirch und Bludenz und im Ehe- und Familienzentrum in Feldkirch und Dornbirn.

Der Männerarbeit kommt mit der Aufnahme von Gender Mainstreaming in das Recht der Europäischen Kommission ein neuer Stellenwert zu. Männer werden dadurch zu aktiv eingebundenen Akteuren für ein geschlechtergerechtes Zusammenleben von Frauen und Männern mit dem Ziel der Gleichstellung der Geschlechter.

Seit 1999 ist Gender-Mainstreaming Kernauftrag aller EU-Mitgliedsstaaten. Die formale rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern ist aber nur der erste Schritt. Strukturen und Rahmenbedingungen bremsen nach wie vor: zB. geraten Männer mit Väterkarenz-Ambitionen oft in eine berufliche Sackgasse und Frauen stoßen an „gläserne Decken“ und an der Möglichkeit einer Vollzeiterwerbstätigkeit. „Geschlechterdemokratie“ könne nur durch aufeinander bezogene Entwicklung und Veränderung beider Geschlechter erfolgen. Die Vorarlberger Landesregierung bekennt sich zur Männerarbeit mit dem Ziel das Zusammenleben von Frauen und Männern geschlechtergerecht zu gestalten.

 

In etlichen Sitzungen von Vertretern mehrerer politischer Parteien mit Sozialeinrichtungen wurden die Gründe für diese Tendenz erforscht und darüber beraten, wie man Männer motivieren kann, bei persönlichen Krisen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In der Sitzung vom 6. Dezember 2011 wurde unter Beteiligung der Landtagsklubs und Vertretern der Sozialinstitutionen beschlossen eine Website für niederschwellige Beratung für Männer zu erarbeiten. Herausgekommen ist ein Projekt, das vom EFZ Feldkirch, dem Institut für Sozialdienste und der Caritas gemeinsam umgesetzt wird.

 

Unter www.vordermann.at stehen ab sofort Informationen zu Themen aus unterschiedlichsten Lebensbereichen zur Verfügung. Zudem haben Männer die Möglichkeit, sich auf der Seite anonym und kostenlos beraten zu lassen.

Das  Ziel sollte sein, Männern in Lebenskrisen und schwierigen Lebenslagen rasche Orientierung über die Vielzahl professioneller Beratungsinstitutionen zukommen zu lassen und niederschwellige Beratung im Internet anzubieten. Das Erarbeiten von möglichst lösungsorientierten Möglichkeiten im Sinne der Strategie von Gender Mainstreaming steht im Vordergrund. Durch die Plattform soll die Hemmschwelle für die Inanspruchnahme von Unterstützung bei Männern gesenkt werden. Durch diese Maßnahme sollen positive Wirkungen auf die Männer selbst und auf ihre Lebenssysteme (Familie, Arbeitswelt, Partnerschaft etc.) hergestellt werden.

„Es ist uns wichtig, die Männer dort abzuholen, wo sie sind“, sagt Edgar Ferchl-Blum, Geschäftsführer des EFZ. „Um eine Anfrage abzuschicken, muss man nicht einmal seine eMail-Adresse bekannt geben. Damit ist absolute Anonymität und Vertraulichkeit gewährleistet.“

Informationen wurden von Experten aus verschiedensten Bereichen und Einrichtungen beigesteuert. „Es ist uns wichtig aufzuzeigen, dass hinter der Plattform ein breites Netz an Männern steht. Viele davon stehen in ihrem Spezialgebiet auch als Berater zur Verfügung“, so Bernhard Fuchs vom IFS.

Und weiter meint Martin Fellacher von der Caritas: „Denn vordermann.at soll nicht nur virtuelle Angebote für Männer zur Verfügung stellen, sondern auch ein Wegweiser sein, wo man in Vorarlberg qualifizierte Beratung zu vielfältigen Themen bekommt – von Männern, für Männer.“

Die Website ist für Männer ansprechend und einladend gestaltet – sie lädt ein sich zu den verschiedenste Themen zu informieren. Viele verschiedene Autoren haben sich zu Wort gemeldet.

Bring’s auf Vordermann:

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