Warum Männer nicht vorbehaltlos auf die Barrikaden gehen, wenn es um die Gleichstellung von Frauen geht …

Eine Gesellschaft in der die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern verwirklicht ist, ist das reinste Paradies, so im Artikel der NZZ vom 6. August 2020. Es ist nachgewiesen, dass die Lebensqualität der Menschen mit zunehmender Gleichstellung der Geschlechter steigt. Die Menschenrechte werden besser eingehalten, die Armut geht zurück, es gibt weniger Gewalt, ein Zustand von Wohlbefinden und Glück breitet sich aus. Die Kinder schwänzen weniger die Schule und passen im Unterricht besser auf.

Obwohl der Nutzen der Chancengleichheit für Männer als auch Frauen gilt, setzen sich Männer nicht vorbehaltlos für die Förderung von Frauen ein. Eine Studie von 85 Genderforscher*innen aus der ganzen Welt widmete sich der Frage, weshalb das so ist. Die Antworten sind spannend und ernüchternd zugleich. Für diese Studie haben die Forscher*innen 6700 Männer aus 42 ganz unterschiedlichen  Ländern befragt und sind dabei auf zwei Hauptgründe gestoßen:

  1. Je häufiger unter Männern ein „Nullsummendenken“ herrsche, desto weniger setzen sie sich für Gleichstellung ein. Viele Männer haben bei der Studie der Aussage zugestimmt: „Mehr gute Jobs für Frauen, bedeutet weniger gute Jobs für Männer“ oder „je mehr Einfluss Frauen in der Politik haben, desto weniger Einfluss haben Männer in der Politik“. Das heißt, viele Männer nehmen die Gleichstellung von Frauen als Konkurrenz wahr. Der Kuchen an herausfordernden Tätigkeiten ist begrenzt. Wo die einen aufsteigen, stagnieren die anderen oder steigen sogar ab.
  2. Ziemlich irritiert waren die Wissenschaftler*innen vom zweiten Ergebnis der Studie. Ironischerweise seien Männer in Ländern mit einem hohen Grad an Gleichbehandlung weniger motiviert, die Anlagen der Gleichstellung aktiv zu unterstützen. Das heißt, wo Frauen weniger stark benachteiligt sind, haben Männer kaum ein Interesse sich für die Belange der Gleichstellung einzusetzen. Die Autor*innen der Studie kommen zum Schluss, dass sich Männer in solchen Ländern vom Erfolg der Frauen in ihrer Maskulinität besonders stark bedroht fühlen und deshalb lieber schweigen.

Vordermann wird sich auch in Zukunft diesem Trend nicht beugen und sich lautstark für die Anliegen der Gleichstellung einsetzen. Die Vorteile von Gleichstellung, besonders für Männer, sind so deutlich sichtbar. Der Wohlstand steigt, Männer üben weniger Gewalt aus, lassen sich im Job weniger zermürben, sind produktiver. Sie sind zufriedener in ihren Beziehungen und erkranken weniger.

 

Deshalb, liebe Leser*innen, unterstützen Sie Vordermann bei diesem Anliegen! Ich freue mich auf Ihre Reaktionen.

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