Sie leiden doch erstaunlich (zeit.de)

Veröffentlicht in der Kategorie Allgemein, Beruf, Beziehungen, Geld, Körper, Vater sein, Werte und Sinn am 16. November 2016

Spuren der Selbstverwüstung: In diesem Jahr bestimmte der leidende Mann die Literatur. Die härteste Droge vieler Romane war das Gefühl.

Der Mann schwächelt. Er führt Strichlisten über seinen Rauschmittelkonsum, kann nachts nicht schlafen und vergisst die Pin seiner Girokarte. Er haust in dunklen Wohnungen, weil der Lampenkauf seine Alltagsfähigkeiten übersteigt. Anstatt zum Waschsalon zu gehen, dreht er seine Wäsche auf links. Er begegnet Thomas Bernhard bei Mc Donald’s und Picasso im Berghain. Er heiratet. Wer einen Blick auf die Protagonisten der aktuellen Literatur wirft, sieht Baustellen überall. Dem modernen Mann muss dringend geholfen werden, wenn er plötzlich seine Empfindsamkeit entdeckt hat. Nicht, dass die Literatur ihm nicht schon früher Gefühle zugestanden hätte, aber selten in so radikaler Form wie in diesem Jahr. Mindestens so viel wie über Männer sagt das über die Gesellschaft aus. Die Bauarbeiten haben gerade erst begonnen.

Daniel Vordermann

Daniel Vordermann

vordermann.at
E-Mail an Daniel schreiben

BRING’S AUF VORDERMANN:

Hol’ dir einen Profitipp – wir versprechen dir diskrete Behandlung.

Unsere Experten helfen dir innerhalb von 24 Stunden: vertraulich, kostenlos und kompetent!

Deine Nachricht: Hier ist Platz für deine Fragen. Schreib soviel und so detailliert wie du möchtest...
Wie dürfen wir dir antworten?
Antwort ist online abrufbar unter einem geheimen Link (erscheint nach dem Absenden)
Du bleibst unerkannt, bekommst aber keinen Hinweis, wenn deine Antwort online ist.
Dein Beitrag wird erstellt, bitte das Fenster nicht schließen.